Crafting PLA
Über das Projekt
Im Rahmen des Moduls „Dreidimensionales Repertoire 2“ haben wir intensiv die Techniken des Thermoformings erforscht, um experimentelle Formstudien durchzuführen. Unser Ziel war es, das Wachstumsmuster (Growth Pattern) und Grundkörper (Zylinder) ästhetisch zu untersuchen und die daraus resultierenden Formen zu katalogisieren. Die Modelle wurden in PLA-Kunststoff gedruckt, stets mit denselben Slicer-Einstellungen.
Ein zentraler Aspekt unserer Arbeit war das manuelle Verändern der gedruckten Körper, inspiriert durch die traditionelle Technik des Glasblasens. Wir entdeckten, dass diese Technik auf 3D-gedruckte Objekte übertragbar war, was zur Entwicklung unserer Inflatables führte. Dazu befestigten wir ein Fahrradventil am Objekt und erhitzten es für etwa 30 Sekunden in kochendem Wasser, wodurch der Thermoplast formbar wurde. Mit einer Fahrradpumpe blähten wir die Körper auf, wodurch diverse Formen entstanden. So konnten wir das Materialverhalten unter Druck und Hitze untersuchen.
Zu Beginn der Untersuchungen konzentrierten wir uns auf die flächige Ausdehnung des Materials und sammelten Daten zu Druckeinstellungen, Wandstärken und Verformungsverhalten. Später verlagerten wir den Fokus auf räumliche Manipulationen. Wir wählten Zylinder und organische Growth Patterns als Grundkörper, da sie unterschiedliche Ergebnisse zeigten: Zylinder hatten eine ballonartige, glatte Oberfläche, während die Growth Patterns eine faltige, unebene Struktur aufwiesen.
Manipulation
Wir experimentierten weiter, indem wir die Körper unterschiedlich manipulierten. Eine Methode war das Steuern des Aufblasverhaltens durch interne Strukturen wie Rippen oder Wände. Spannender war jedoch das äußere Manipulieren, beispielsweise durch Abbinden mit Garn oder Draht in verschiedenen Ausführungen und Intensitäten. Zudem testeten wir das Einklemmen der Körper zwischen Materialien wie Holz, Gitter oder hitzebeständigem ABS-Kunststoff. Diese Methoden führten zu einzigartigen Formen und Oberflächenstrukturen, die wir sorgfältig dokumentierten.
Die unterschiedlichen Manipulationsmethoden hatten signifikante Einflüsse auf die finalen Formen. Das Abbinden mit Garn oder Draht erzeugte scharf abgegrenzte Muster und Rillen, während das Einklemmen flächige Verformungen bewirkte; allesamt brachten sie organische Formen hervor. Diese Experimente zeigten, dass äußere Einflüsse vielfältige ästhetische Möglichkeiten bieten, die über reine additive Fertigung hinausgehen.
Unsere Ergebnisse verdeutlichen das ästhetische und funktionale Potenzial dieser Technik und dienen als Grundlage für weitere Diskussionen. Durch die Kombination traditioneller Handwerkstechniken mit moderner 3D-Drucktechnologie entdeckten wir neue Formgebungsmethoden, die sowohl künstlerisch als auch praktisch interessant sein könnten.
Projektarbeit mit Peter Laut.